H :: Anna Handick

Zur aktuellen Ausstellung:

Unsere Zeit ist voller Unsicherheiten und Umbrüche. Brennende Fragen dringen ins Bewusstsein, wie die ökologische Zukunft unseres Planeten oder immer wieder auflodernde Kampfe um gerechte Umverteilung. Große gesellschaftliche Bewegungen stoßen auf eisige Mauern um die Schaltzentralen. Werden ignoriert.

Werden zurückgedrängt. Werden zerschlagen. – Ein Versuch, das Unaufhaltsame im Zaum halten.

Was tun, angesichts der Ohnmacht, der Übermacht?

In ihren Arbeiten setzt Anna Handick sich mit diesen Fragen und Empfindungen zu auseinander, bildet sie ab, erforscht sie.

Die in der Ausstellung gezeigten Zeichnungen sind Momentaufnahmen ihrer Gedanken und Empfindungen – Reaktionen angesichts der weltweiten politischen oder gesellschaftlichen Ereignisse, oder der verfahrenen Situation in ihrer Wahlheimat Nicaragua.

Abbilder verworrenen Gedanken, Bewegungen, Bewegtheiten.

Ein Versuch, die innere Unruhe zu kanalisieren und sich das Chaos bewusst zu machen um es zu bewältigen.

Das Drängen, das Wachsen ist als Metapher stets präsent

Und immer wieder, die Gemeinschaft, die Gemeinschaften, der Rückhalt.

Als Strategie des Überlebens, des Ertragens, der Verarbeitung.

Als Ausdruck der Hoffnung auf Veränderung.

Die Ausstellung richtet den Fokus auf das Textile als Träger- und Bildmaterial.

Die Arbeiten sind Ausschnitte des Anfangs einer intensiven Beschäftigung und Erforschung des Materials, seiner emotionalen Implikationen und der Assoziation mit Wärme, Geborgenheit, Präsenz.

Im Gegensatz zu Zeichnungen auf Papier umgehen die hier gezeigten Werke den traditionellen Glasrahmen, der immer auch eine Barriere zwischen Betrachtenden und Bild aufbaut. Sie nehmen in ihrer Präsentation Bezug auf die traditionelle asiatische Tuschemalerei, die auf Seidenrollen aufgezogen wurde. So bewegen sich die Tuschearbeiten ebenso wie die Vorbilder zwischen Malerei und Zeichnung. Durch das Trägermaterial gewinnen die Zeichnungen eine haptische Präsenz als Objekte im Raum.

Gezeigt werden Arbeiten aus den drei Serien „a como estamos…/so wie‘s steht…“, „Winds of Change“ und „unter der Oberfläche“, alle aus dem laufendem Jahr.

Die Ausstellung wird komplettiert durch eine Installation verschiedener halbtransparenter Stoffobjekte („Reminder“), die sich als dreidimensionale Zeichnung mit Schatten und Faltenwürfe verstehen lassen. Erinnerungen an Möglichkeiten


Die Preisträgerin  des Young Art Award 2012, Anna Handick lebt und arbeitet heute in Nicaragua.

Sie hat die Meisterklasse von Claus Bury an der Nürnberger Kunstakademie absolviert. In Zeichnungen und Installationen beschäftigt sie sich mit unentdeckten Lebensformen, Augenblickaufnahmen aus der Zukunft, mit von Menschen geschaffenen Räumen und Strukturen, wenn die Menschen sie schon längst vergessen haben. Mit natürlich wirkenden Materialien wie Hanf und Pappmaché kreiert Anna Handick organische Formen, die gerade durch ihre nicht perfekte Beschaffenheit an verlassene Nester, Behausungen von Insektenschwärmen und exotische Pflanzen erinnern. Die unregelmässigen Oberflächen, die gedämpften Farben, der Geruch des Hanfs sowie das leichte Schaukeln der von der Decke herabhängenden Installationen regen die Phantasie an und lassen im Betrachter die Frage entstehen, wer oder was diese Hüllen und Behausungen wohl soeben verlassen hat. Unbewusst hält der Betrachter beständig Ausschau nach den Bewohnern der Skulpturen. Diese werden jedoch nie sichtbar.

The facination with nature has been the source of Anna Handick’s artistic journey from the beginning. She studied sculpture at the Academy of Fine Arts in Nuremberg from 2005 to 2011 and was taught by Professor Claus Bury. During her studies, the impressions of her trips to the countries of Latin America can been seen in her large- and small-scale sculptures and her finely structured drawings. Some installations like „Tempora mutantur (2009)“, „Insulae (2010)“, „Gelege (2010)“, „Kolonie (2009)“ that deal with the topic of animal nests or shelter indicate Handicks abiding interest in the structure and the concept of nature. Anna Handick chooses her materials based on their natural colors and irregular surfaces. At first glance these materials seem natural, but could very well be manufactured like hemp rope, papermaché, latex, plaster, wire or tape. There is always a moment of play between the natural and artistic products.

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Biographie

seit 2011
freischaffende Künstlerin, lebt und arbeitet in Nürnberg und Managua

2008
Meisterschülerin

2005-2011
Studium der Bildhauerei an der AdBK Nürnberg bei Prof. Claus Bury

2005
Kunst- und Keramikdozentin im Kinder- und Jugendzentrum Rayitos del Sol
in San Carlos, Nicaragua

1985
geboren in Nürnberg, Deutschland

Einzelausstellungen:

2019
Art Forum Ute Barth, Zürich

2013
Paticulas del tiempo, Kulturpalast Managua, Nicaragua

2012
Galerie ART FORUM UTE BARTH, Zürich
Debütantenausstellung, Kunsthaus Nürnberg, Glasbau

2009
Nester, Galeriehaus Nord, Nürnberg

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2014
AusZeichnung, Anna Handick, Marie von Heyl und Dieter Kränzlein, ART FORUM UTE BARTH, Zürich
MachtOhnMacht, Gustav-Adolf-Gedächtniskirche, Nürnberg

2013
Amor Paixao – Liebe Leidenschaft, Pinacoteca de Sao Bernardo do campo, Sao Paulo

2011
2 x Jung, 2 x Kunst, 2 x Nürnberger, Kunstverein Graz, Regensburg
So Nah so fern, Auf AEG, Nürnberg

2011
KHORA 3, Symposium Shantou, China

2011
Roll-Laden, Kunstverein Zirndorf

2010
Menkenke, Kunstverein Amberg

2010
Werkschau auf AEG, Nürnberg

Kunst im öffentlichen Raum

2009
Venus, San Miguel Duenas, Guatemala

Öffentliche Ankäufe

2009
Teilankauf der Installation „Kolonie“, Kulturstiftung der Sparkasse, Nürnberg

2008
Ankauf Kurzfilm „WIRKLICH?“, Kochinvest Unternehmensgruppe, Nürnberg

 

Preise/Auszeichnungen

2012
Young Art Award <33, Galerie ART FORUM UTE BARTH, Zürich
Debütantenförderung, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

2009
Kunstkalender, Junge Kunst in Bayern 2010

 

Bibliographie

2012
Anna Handick, mit Texten von Margit Mohr und Neila Kemmer, Altenburg, 2012.

2010
Junge Kunst in Bayern 2010, LfA Kalender

2008
Standpunkte-Landeplätze (Kunsträume Bayern)

2008
Kunsträume Bayern