2010 Review

“Ausgefranste Erinnerungen“
Solo Show 26. August  – 25. September 2010

Die neue Galerie-Saison wird  mit einer Einzelausstellung der jungen Kölner Künstlerin Meike Entenmann eröffnet. Meike Entenmann wirft einen höchst ungewöhnlichen Blick auf unseren Alltag und unsere persönliche Geschichte. Bleistift oder Pinsel ersetzt sie durch Nadel und Faden, sie schafft damit ihren eigenen, die Sehgewohnheiten herausfordernden Stil.

Schwerpunkt der Ausstellung ist ihr neuestes Werk „Ausgefranste Erinnerungen“ – eine Art Schattenraum oder Erinnerungsraum. Die Erinnerungen sind an die Wand gestickt. Dies ergibt einen privaten Raum, zeigt Geschichten des eigenen Alltags.

Installation „Ausgefranste Erinnerungen“

Jeder Raum erzählt eine Geschichte, die eng mit den Einrichtungsgegenständen verbunden ist. In der Installation “Ausgefranste Erinnerungen” spürt Meike Entenmann diesen Geschichten nach – der Tisch, an dem gerade noch gegessen wurde, die offen gelassene Tür, der zur Seite geschobene Stuhl. Erinnerungen, die sich schattenhaft an den Wänden manifestieren und im Raum ein Nachbild hinterlassen. Dieses Nachbild ist auf weisse Raufasertapete aufgestickt. Die Stickereien aus dicht aneinander liegenden Punkten erzeugen eine rot schimmernde und vibrierende Oberfläche – ähnlich einem Computerraster. Die Betrachtenden sind dabei  eingeladen, weitere Assoziationen im Raum lebendig werden zu lassen.

Installation „Ausgefranste Erinnerungen“
Detail "Ausgefranste Erinnerungen"
Detail „Ausgefranste Erinnerungen“

Neben der Raum-Installation findet man in dieser Ausstellung: sogenannte „Care Cakes“, kleine Objekte aus Acryl, Taschen („Blumen beglücken“) und Kieselsteine („Kieselsaum“).

Alle in der ihr eigenen Verfremdung des Alltagsgeschehens – Werke, die gut tun sollen und dem neuen Besitzer Erinnerungen zurück geben oder fürsorglich seinen Weg begleiten sollen.

Die Objekte sind aus durchsichtigem Acrylharz, im Kern ein in durchsichtige Folie eingeschweißtes rotes Kreuz oder ein roter Halbmond. Erste Hilfe luftdicht verpackt und konserviert, für ewig, dauerhaft in Kunstharz eingegossen. Eine Reserve für empfindliche Zeiten. Die Care-Cakes gibt es im Verbund oder einzeln.

Einhundert Care Cakes